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BSCW-Arbeitsbereich

Im Rahmen der Landesfach- beratung Politik besteht auf dem BSCW-Server eine Arbeitsplattform zum Austausch von Informationen, der Arbeitsbereich “Fachberatung Politik”.

Hier sind Protokolle und Materialien aus der Arbeit der Fachberatung Politik f├╝r die Schulen abrufbar. Der Bereich ist passwort- gesch├╝tzt. An jeder der 136 berufsbildenden Schulen in Niedersachsen hat mindestens eine verantwort- liche Person, i. d. R. die Fachgruppenleitung, Zugang zu diesem Bereich und sorgt dann ggf. f├╝r eine Weiterleitung an der betreffenden Schule.

Wer bereits einen Zugang zu diesem Arbeitsbereich hat, kann hier klicken, um zur Anmeldemaske zu gelangen.

Die Konzeption der neuen RRL Politik weist einige Aspekte auf, die f├╝r das Verst├Ąndnis und einen angemessenen Umgang damit in der Praxis zentral sind. Diese werden deshalb hier in sehr komprimierte Form und stichwortartig dargestellt:

(Druckf├Ąhige Version als pdf-Dokument: bitte hier klicken!)

Aspekte

Anmerkungen

DQR-Anbindung, Niveaustufen

  • Die Entscheidung ├╝ber die Niveaustufenzuordnung der Bildungsg├Ąnge erfolgt letztlich durch das Kultusministerium auf der Basis von KMK-Entscheidungen. Bis dahin gilt: Die auf den Informationsveranstaltungen zu den neuen RRL bekannt gegebenen Tendenzen sind zugrunde zu legen; Experimentierphase!
  • Die RRL bieten einen "Baukasten", aus dem entsprechend der unterrichteten Schulform nach der daf├╝r relevanten Niveaustufe unterrichtet werden soll.
  • Die Niveaustufe ist am Ende des Bildungsganges zu erreichen.

Umgang mit den optionalen Lernfeldern: Nutzung f├╝r Projekte, politische Themen aus aktuellen Geschehnissen, Interessen der Lerngruppe

  • Verpflichtend zu unterrichten sind lediglich die als obligatorisch benannten Lernfelder mit dem angegebenen Zeitrichtwert von 20 Stunden.
  • In der verbleibenden Zeit kann aus allen benannten sieben Lernfeldern ausgew├Ąhlt werden.
  • Dies gilt auch, wenn die jeweilige Stundentafel mehr als 40 Stunden pro Schuljahr vorsieht.
  • Die Auswahl der optionalen Lernfelder erfolgt unter Beachtung der Schulform, der beruflichen Fachrichtung und der Interessenlage der Lerngruppe, indem eine Didaktische Jahresplanung durch die unterrichtende Lehrkraft auf Basis von Rahmenbeschl├╝ssen der zust├Ąndigen Fachgruppe vorgenommen wird.
  • Gleichzeitig bieten die optionalen Lernfelder die M├Âglichkeit, aktuelle politische Geschehnisse in geeigneter Form in den Unterricht einzubeziehen.

Rolle + Aufgaben Lehrkraft bzw. Fachgruppe

  • Auf Lerngruppenebene erfolgt die konkrete Didaktische Jahresplanung durch die Lehrkraft. Eine Hilfestellung kann das auf den Informationsveranstaltungen exemplarisch vorgestellte Raster sein. Dabei sollte nicht die gesamte zur Verf├╝gung stehende Zeit fest verplant werden, um Spielraum f├╝r aktuell zu bearbeitende relevante politische Themenstellungen (z. B. aus aktuellem politischen Geschehen, Entwicklungen in der Lerngruppe, …) zu haben.
  • In diesem Rahmen und unter Beachtung der Lernfeldvorgaben der RRL konzipiert die Lehrkraft selbst Makrosequenzen. Die Auswahl der konkreten inhaltlichen Themenstellung erfolgt auf Lerngruppenebene unter Beachtung der Relevanzprinzipien und der Lernbed├╝rfnisse und Interessen der Lerngruppe.
  • Die Fachgruppe fasst lediglich Rahmenbeschl├╝sse, die den inhaltlichen Entscheidungsspielraum der Lehrkraft nicht mehr als notwendig und sinnvoll einschr├Ąnken sollen. Diese k├Ânnen ggf. auch sehr weit gefasst sein.

Kompetenzen und Hinweise zum Unterricht

  • Die benannten Kompetenzen sind der verbindliche Kern der RRL. Sie sind f├╝r die jeweils zu planende Makrosequenz konkretisiert und angepasst zu formulieren.
  • Die Hinweise zum Unterricht stellen beispielhafte Themenstellungen f├╝r Makrosequenzen dar. Sie k├Ânnen je nach Zuschnitt und Gestaltung der Makrosequenz auch auf einer anderen als der Niveaustufe verwendet werden, zu der sie benannt werden.

Umgang mit den Zeitrichtwerten

  • Da es sich um Richtwerte handelt, bestehen in der Verteilung auf die Lernfelder Spielr├Ąume.
  • Untergrenze: eine Unterrichtsstunde Politik pro Woche durchg├Ąngig im gesamten Bildungsgang (z. B. 3-j├Ąhriger Bildungsgang => mindestens 120 Stunden Politik!); Stundentafeln k├Ânnen mehr vorsehen und sollen auch keinesfalls aufgrund der RRL gek├╝rzt werden.

Gestaltung von Makrosequenzen ├╝ber Lernwege

  • Es empfiehlt sich, den Unterricht in Form von Makrosequenzen auf der Grundlage politikdidaktisch akzentuierter Lernschritte zu gestalten, da dies in der Regel zu kategorialem Vorgehen und der Formulierung von Schl├╝sselfragen f├╝hrt.
  • Hierzu existieren verschiedene Konzeptionen unterschiedlicher Autoren, die je nach geplantem Unterricht zugrundegelegt werden k├Ânnen.
  • Eine M├Âglichkeit besteht u. a. auch darin, die Kompetenzformulierungen der RRL zu nutzen, da diese grunds├Ątzlich dem Konzept Sehen-Beurteilen-Handeln folgen.

Pr├╝fungsvorbereitung, ggf. KMK-Elemente

  • In gewerblich-technischen Bildungsg├Ąngen sind nach wie vor die "Elemente" der KMK (Abschnitt 3. der RRL) zu beachten.
  • Auch in allen anderen Bildungsg├Ąngen, die mit externen Pr├╝fungen enden, ist darauf zu achten, dass eine angemessene Pr├╝fungsvorbereitung gew├Ąhrleistet ist.
  • Dies kann in unterschiedlicher Form geschehen (integrativ w├Ąhrend des Bildungsganges/konzentriert vor den Pr├╝fungen und/oder kombiniert).

Relevanzprinzipien

  • Ein Politikunterricht mit einem bestimmten inhaltlichen Schwerpunkt ist u. a. dann nach den RRL als legitimiert anzusehen, wenn er entsprechend ausgew├Ąhlter Relevanzprinzipien als relevant f├╝r diese Lerngruppe einzusch├Ątzen ist.

Nutzung politikdidaktischer Kategorien + Schl├╝sselfragen

  • Um zu politikdidaktisch reflektierten Unterrichtseinheiten zu gelangen, empfiehlt es sich, bei der Unterrichtsplanung politikdidaktische Kategorien und diesen immanente Schl├╝sselfragen zugrundezulegen.

Dreidimensionaler Politikbegriff (Form-Inhalt-Prozess)

  • Dient der Gewinnung eines strukturierten ├ťberblicks ├╝ber das Politische des jeweiligen Lerngegenstandes und unterst├╝tzt die Akzentuierung im Hinblick auf wesentliche politische Aspekte.


Vorbereitung auf Kammerpr├╝fungen im Politikunterricht

Die Rahmenrichtlinien f├╝r das Unterrichtsfach Politik von 2015 stellen ein kompetenzorientiertes Curriculum dar, das - wie schon die vorherigen Rahmenrichtlinien aus dem Jahre 1994 - nicht mehr bestimmte Lerninhalte f├╝r den Unterricht vorgibt. Den inhaltlichen Rahmen bilden dabei insgesamt sieben Lernfelder. Von diesen Lernfeldern weisen die Rahmenrichtlinien f├╝r die verschiedenen Schulformen entsprechend der BbS-VO in der Regel jeweils eines je Schuljahr aus, das obligatorisch zu bearbeiten ist. F├╝r die verbleibende Unterrichtszeit stehen alle in den Rahmenrichtlinien benannten Lernfelder optional zur Bearbeitung zur Verf├╝gung, wobei auf Lerngruppenebene die jeweilige Lehrkraft in Abstimmung mit der Lerngruppe eine begr├╝ndete Entscheidung f├╝r die Auswahl der zu bearbeitenden Thematiken treffen soll (lerngruppenspezifische Planung).

Hieraus k├Ânnen sich, wie auch schon bisher bei den vorhergehenden Rahmenrichtlinien, Widerspr├╝che zwischen der inhaltlichen Offenheit der Rahmenrichtlinien und den Anforderungen externer Kammerpr├╝fungen ergeben. W├Ąhrend die RRL Politik konsequent kompetenzorientiert angelegt sind, sind die Pr├╝fungen der Kammern im Bereich der Wirtschafts- und Sozialkunde in der Regel immer noch inhaltsorientiert aufgebaut. Dabei ist zu differenzieren zwischen kaufm├Ąnnisch-verwaltenden und gewerblich-technischen Ausbildungsberufen.

F├╝r letztere gilt verbindlich die KMK-Vereinbarung vom 07.05.2008 mit den im Wesentlichen auf die Pr├╝fungsanforderungen f├╝r diese Ausbildungsberufe bezogenen Elementen f├╝r den Unterricht in der Berufsschule im Bereich Wirtschafts- und Sozialkunde. F├╝r die Vermittlung der KMK-Elemente in den gewerblich-technischen Ausbildungsberufen wird lt. Rahmenrichtlinien von einem Umfang von 40 Unterrichtsstunden ausgegangen. F├╝r die dar├╝ber hinausgehende Unterrichtszeit ist der Unterricht in diesen Klassen so zu planen und durchzuf├╝hren, dass am Ende des Bildungsganges die Kompetenzen der Lernfelder der Rahmenrichtlinien erreicht werden k├Ânnen. Anders gesagt: Ein ausschlie├člich auf den sog. KMK-Stoffkatalog orientierter Politikunterricht ist nicht mit den Rahmenrichtlinien Politik vereinbar!

In den kaufm├Ąnnisch-verwaltenden Berufen stellt sich die Situation heterogener dar. Teilweise sind wesentliche Pr├╝fungsinhalte f├╝r die Zwischen- und Abschlusspr├╝fungen auch in den einschl├Ągigen Ordnungsmitteln f├╝r den berufsbezogenen Bereich verankert, teilweise sind Pr├╝fungsinhalte hierin aber auch nicht bzw. nicht mehr abgedeckt. Um hier im Interesse der Auszubildenden keine inhaltlichen L├╝cken entstehen zu lassen, bestehen keine Bedenken, wenn in einer angemessenen Zeit vor der jeweiligen Zwischen- bzw. Abschlusspr├╝fung eine gezielte Pr├╝fungsvorbereitung durch die Vermittlung pr├╝fungsrelevanter Inhalte f├╝r den Pr├╝fungsteil der Sozialkunde im Politikunterricht oder in einem anderen sich anbietenden Fach bzw. Lerngebiet/-feld erfolgt. Dabei ist in jedem Fall der zeitliche Aufwand der Pr├╝fungsvorbereitung auf das f├╝r diesen Zweck unbedingt erforderliche Ma├č zu beschr├Ąnken. Im ├ťbrigen ist davon auszugehen, dass viele pr├╝fungsrelevante Inhalte gerade auch im Politikunterricht in der Bearbeitung der Lernfelder integrativ vermittelt werden k├Ânnen. Einer derartigen Vorgehensweise, die die f├╝r die Kammerpr├╝fungen bedeutsamen Lerninhalte in einen anspruchsvollen, an Kompetenzen orientieren Politikunterricht integriert, ist im Zweifelsfall Vorrang vor einer zeitlich zu ausgedehnten reinen Pr├╝fungsvorbereitung einzur├Ąumen.

In jedem Falle ist bei den verschiedenen Aspekten und Vorgehensweisen hinsichtlich der Vermittlung pr├╝fungsrelevanter Lerninhalte (z. B. Abgrenzung zwischen F├Ąchern/Lerngebieten/-feldern; ├╝bergreifende Vermittlung pr├╝fungsrelevanter Inhalte, Zeitbedarf, usw.) eine enge Abstimmung und Absprache zwischen den beteiligten Lehrkr├Ąften des jeweiligen Bildungsganges erforderlich. Dabei kommt der jeweiligen Politiklehrkraft in der Bildungsganggruppe die Aufgabe zu, eine sachgerechte und ad├Ąquate Abgrenzung sowohl zwischen einem kompetenzorientierten Politikunterricht im Sinne der Anforderungen der Rahmenrichtlinien Politik als auch einer inhaltsorientierten Pr├╝fungsvorbereitung in der oben beschriebenen Form zu vertreten und umzusetzen.