|
Frage: Wie soll/kann bereits nach den neuen Rahmenrichtlinien gearbeitet werden?
Natürlich kann lt. Erlass ab sofort mit den neuen Rahmenrichtlinien schon experimentiert werden. Für größere bzw. grundlegendere Aktivitäten auf der Basis der Rahmenrichtlinien, wie z. B. die Fassung von grundlegenden Fachgruppenbeschlüssen oder intensiverer Entwicklungsarbeit im Hinblick auf didaktische Jahresplanungen, sollten allerdings die derzeit in Vorbereitung befindlichen Multiplikatorenveranstaltungen der Landesschulbehörde und des MK abgewartet werden, in denen solche grundlegenden Fragestellungen geklärt werden. Die ausgebildeten Multiplikatoren werden anschließend - voraussichtlich im Frühjahr 2012 - für die Schulen Veranstaltungen anbieten, auf denen dann mit Blick auf die verbindliche Einführung der RRL Politik ab 01.08.2012 entsprechende Grundsatzfragen zur Fachgruppenarbeit und zur Planung des Unterrichts erörtert werden .
Frage: Sollen schon (wie z. B. in beruflichen Fachrichtungen) bildungsgangweit bzw. sogar schulweit gültige Lernsituationen definiert und ausgearbeitet werden?
Auch nach den neuen Rahmenrichtlinien entsprechen übergreifend festgelegte, fixe Lernsituationen, die keinen Raum für aktuelle Ereignisse sowie das Eingehen auf die Bedürfnisse und Interessen der jeweiligen Lerngruppe lassen, nicht dem Geist dieser Rahmenrichtlinien und dem Stand der Didaktik des Unterrichtsfaches Politik - wie dies auch bisher schon nach den derzeit geltenden Rahmenrichtlinien Politik der Fall war!
Es ist weiterhin - vor dem Hintergrund von Rahmenbeschlüssen der Fachgruppe Politik - auf der Ebene der jeweiligen Lerngruppe durch die jeweilige Lehrkraft eine Jahresplanung im Rahmen der Festlegungen der Rahmenrichtlinien Politik vorzunehmen! Wie diese konkret aussehen könnte, wird exemplarisch Gegenstand der o. a. Veranstaltungen im Frühjahr 2012 sein.
Die neuen Rahmenrichtlinien bieten Kompetenzformulierungen auf unterschiedlichen Kompetenzstufen nach dem Deutschen Qualifikationsrahmen DQR an; sie gehen von einer Zuordnung aller Schulformen zu den verschiedenen Niveaustufen aus, die aber noch nicht vorliegt. Frage: Wie ist damit umzugehen?
Die neuen Rahmenrichtlinien Politik bieten wegen ihres schulformübergreifenden Charakters eine Art "Baukasten", bei dem man für die jeweilige Schulform, in der man unterrichtet, in die richtige "Schublade" - sprich Niveaustufe - greifen muss. Dort findet man die Kompetenzen, die die Lernenden in dieser Schulform erwerben sollen. Was die richtige "Schublade" für die jeweilige Schulform ist, wird derzeit noch länderübergreifend von einer Arbeitsgruppe der KMK ausgehandelt.
Bis dahin sollten die Kolleginnen und Kollegen eigenverantwortlich auf der Basis ihrer jeweiligen Einschätzung des Anspruchs- und Lernniveaus der Lerngruppe entscheiden, auf welcher Niveaustufe diese sachgerecht zu unterrichten ist.
Frage: Es besteht an vielen Orten schon jetzt Interesse an Fortbildungen, kann bzw. soll man hierzu jetzt schon Veranstaltungen initiieren, ggf. unter Einbeziehung der Fachberatung Politik? Unabhängig davon, dass sich Fachgruppen an den Schulen gerne bereits mit dem Entwurf auseinan-dersetzen können und dies auch sollen, raten wir dazu, die für Frühjahr 2012 geplanten Multiplikatorenveranstaltungen abzuwarten, da hier landesweit aus der Multiplikatorenrunde heraus einheitliche abgestimmte Erläuterungen und Erklärungen zum Umgang mit den Rahmenrichtlinien gegeben werden sollen. Zu diesen Veranstaltungen werden nach gegenwärtigem Planungsstand aus jeder BBS zwei Personen eingeladen.
|